Zi hintoscht ins toul 2015

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Ein Wahnsinnslauf zum Ende des Jahres

Neugierig war ich, wie ich wohl das Jahr 2015 und auch meinen letzten Wettkampf in der Altersklasse M45 abschließen würde.

Trainiert habe ich weniger als im Sommer aber sehr effizient mit einigen sehr langen Läufen inkl. vieler Höhenmeter.

ZI HINTOSCHT INS TOUL 2015

Ca. 0 Grad am Start,

ich wieder mal einziger im Marathondress, wieder mal von Anfang an in Führung.

Fühlte mich von Beginn an super, merkte aber, dass eine sehr kleine Gruppe an meinen Fersen hängt. Abschütteln konnte ich die nicht, aber keiner überholte bis St. Johann Dorf (ca. 5 km).

Dann ging ein langer Schwarzer an mir vorbei und auch mein Vereinskollege, Marc Eisenstecken, was für mich ja sowieso klar war, denn das ist ein topp Athlet, 16 Jahre jünger mit einer aktuellen Halbmarathonzeit von 1:15 !!! Rechnete schon weit früher mit dem und er meinte am Ende auch, angetreten zu sein, um den Lauf zu gewinnen.

Ganz langsam kamen die beiden weg, schnell setzte sich aber der „Schwarze“ ab, kurz vor Steinhaus überholte mich ein „Grüner“ und der blieb dann eine Weile bei Marc bis auch der sich konsequent absetzen konnte.

Die Aussicht 4. zu werden löste keine große Freude bei mir aus.  Ich habe zwar den 1. und 2. nicht erkannt, es war mir aber klar, dass dies gewaltige „Kapazunder“ sein müssen, denn es war für mich schon eine Ehre, den Marc halten zu können, was zu meiner totalen Überraschung gelang.

Von Steinhaus bis Prettau kämpften wir beide um jeden Meter, einmal er ein paar Meter vor, einmal ich. Es war gigantisch für mich, total motivierend, aber solche Zweikämpfe enthalten die akute Gefahr, dass man sich übernimmt, denn man gibt ALLES,  läuft also am letzten Zahn.

Mir war klar – so wird es nicht bis ins Ziel zi hintoscht im toul bleiben, die Entscheidung wird der Abschnitt Prettau – Hl. Geist bringen, denn dort sind die größten und längsten Steigungen, aber ich hatte kaum Hoffnung, dass ich hier die Nase vorn haben könnte, war einfach schon zu fertig. Bis Ausgang Tunnel (Halbzeit des Anstiegs) Seite an Seite, da kam mir die Idee, ihm anzubieten, dass wir gemeinsam durchs Ziel laufen. In diesem Moment brach er ein, musste ein Stück gehen.

Als mittlerweile alter Fuchs wusste ich, der kommt im Zielbereich (ca. 600 Meter fast flach) wieder. Der wird sich beim Gehen etwas erholen, also MUSS ich DAS LETZTE GEBEN!

Sch……, plötzlich ALLES eisglatt und ich in Marathonschuhen. Jetzt hieß es wie auf Eiern laufen, das kostet nicht nur viel Kraft, sondern vor allem Tempo. Ca. 100 Meter vor dem Ziel hörte ich den Marc tatsächlich kommen und ich gab echt mein ALLERLETZTES, um den 3. Platz ins Ziel zu retten. Es gelang mit wenigen Sekunden Vorsprung. War im Ziel derart außer Atem, dass ich mehrere Minuten brauchte um mich halbwegs zu sammeln, trotz Minusgraden war mir nach über 15 Minuten immer noch nicht kalt. Alle in Windjacken – ich ärmellos und kurzen Höschen.

Nach dem Rennen musste ich erkennen, dass der Sieger niemand weniger war als der 9 Jahre jüngere Alexander Rabensteiner, das Berglauf ASS schlechthin. Er gewann u.a. auch die 121 km Skyrace mit 7.500 hm im Sommer souverän. Den 2. lernte ich an der Busfahrt nach Hause besser kennen. Das war der Valentin Huber,  auch ein Läufer-Ass und Sieger von bereits diversen Bergläufen.

Somit war ich über meinen 3. Platz mit gar nicht so viel Abstand echt sehr glücklich.

Zi hintoscht ins toul war wieder ein spitzen Saisons-Abschluss und Maximilian, mein Sohn, fuhr mit dem Rad die 40 km von Mühlwald nach Heilig Geist und machte somit heuer die 6.000 km voll. Sein Ehrgeiz im Sport wie auch in der Schule war für mich Grund genug, mich über ein gemeinsames Foto im Ziel sehr zu freuen und auch stolz auf ihn zu sein.

 

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