Riga Marathon 2017

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DER WETTKAMPFTAG IN RIGA

Traumwetter für einen Marathon:
blauer Himmel, am Start 14 Grad, angenehm kühl, kein Wind, alles perfekt.

Ich freute mich schon einige Tage auf diese 42,2 km durch die wunderschöne Stadt Riga –  „her damit, auf geht’s!“  dachte ich hoch motiviert am Weg zum Start.

Wie anpacken?

Nix – net lang überlegen, heute lass ich es einfach mal laufen – wird schon gut gehen!

Der Marathon lief gut an

Km 1,2,3 in 3:48 / 3:41 / 3:48, dann nur gering langsamer. 10 km in 38:56, die km 7 bis 14 ca. 3:55iger Zeiten. Das wäre Kurs auf 2:46 bis 2:48, also in meiner derzeitigen Form ein sensationelles Marathon Ergebnis.

Km 16 dann die erste 4:01., gegen km 17 überraschte mich absolut unerwartet eine Blase hinter dem Fußballen an der Innenseite – so ein …

Unbedachtes Experiment fehlgeschlagen

DIE SCHULD …. HABE ICH!!! Ich musste wieder mal experimentieren mit neuen Socken – mit kleinen Luftlöchern – durchblutungsfördernd und dazu neue Schuh-Einlagen, mit denen ich noch keinen Wettkampf bestritt. Tja, dann gibts halt solche ungeplanten Highlights. Ich wollte gar nicht weiterdenken, was ist, wenn das richtig schlimm wird.

OK – die Halbmarathonzwischenzeit in knapp 1:24, also noch im grünen Bereich, es lohnte sich also die Blase so gut wie möglich zu ignorieren und Gas zu geben. Ich hoffte nun, dass ich das bis zum Ende durchhalte und es nicht zu schlimm wird.

Die Temperatur stieg nun auf ca. 20 Grad, die Sonne gab nun mehr Gas als ich. Gerne nutzte ich die aufgebauten Wasserduschen –  in den Pfützen bekam meine Blase Abkühlung.

Und dann eine 4:26

Die Schmerzen behinderten mich nicht so wirklich, verliehen mir aber auch keine Flügel. Die km-Zeiten fielen nun langsam aber konstant ab. Ab km 30 verlor ich beträchtlich, da war auch eine 4:26 dabei – unglaublich. Der 4. Brückenanstieg bei km 37/38 erledigte dann den Rest und so fehlten mir am Ende rund 5 Minuten auf meine geplante Zielzeit. Angesichts der Umstände zwar nicht schlimm, aber ….. naja, ……

Meine Frau leistete wieder mal einen mega Job

Sie versuchte mich in der 2. Hälfte mit Lob, Spaß und Anerkennung zu puschen und nahm ihre ganze Erfahrung zusammen, um mich bis zuletzt zu unterstützen. Dabei lief sie selbst 13 km, um mich öfters als geplant an verschiedenen Schlüsselstellen zu treffen, weil auch sie genau erkannte, was los war. Es war uns schnell beiden klar, dass meine Zeit unter meiner persönlichen Zielsetzung bleiben wird.

Überraschung im Ziel

Nach einer kurzen Verschnaufpause kühlten wir erst mal die Blase. Die angestrebte Top 3 Platzierung in der AK hatten wir angesichts der Zeitverfehlung in den Wind geschrieben. So saßen wir vorerst mal eine Weile am Fluss, die Beine im Wasser, und analysierten. Irgendwann holte Ursula das Handy raus und rief die Ergebnislisten auf. Die Überraschung hätte nicht schöner sein können:

Sieg: Ich habe die Altersklasse mit derselben Zeit wie der Vorjahrssieger gewonnen und der Zweitplatzierte lag rund 3 Minuten zurück. Wir waren beide erst platt, dann jubelten wir – dennoch musste ich wohl oder übel erkennen, dass auch an mir die Jahre nicht spurlos vorbeigehen.

Mit 50 ist man scheinbar doch keine 30 mehr! 

Moral der Geschichte:

Ein Frühjahrsmarathon im Mai ist für eine Superzeit zu spät.

Gleich wie bei meinem Sieg in Regensburg in 2016 war ich auch diesmal noch nicht am Punkt angekommen, um in top Form zu sein und im Frühling eine persönliche Spitzenzeit zu laufen.

Zusammengefasst:

  • HERRLICHE VERANSTALTUNG und echt tolle Stadt (absolut empfehlenswert)
  • Strecke super (kaum Straßenpflaster, bis auf 4x Brücke de facto keine Steigung)
  • mehrere Kollegen getroffen – fern der Heimat – einfach nett
  • SIEG in M50 mit 2:55:36 und damit deutlich unter 3 Stunden
  • Ursula war mit unserer  Tochter Virginia nachmittags noch spontan bei den 6,2 km am Start

Was will man mehr! Riga war die Reise wert, daran gibt’s keinen Zweifel!

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  1. Uwe06-14-2017

    Hallo Herman,

    gratuliere. Super Zeit. Und noch ein Tipp: In der M 60 läufst du auch nicht mehr schneller als in der M 50. Genieß es.
    LG Uwe

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