Linz Marathon 2018

Linz-Marathon-2018-Plaickner-Hermann

DER WETTKAMPFTAG IN LINZ

Drehen wir das Rad ein wenig zurük: Am 8. Mai 2011 machte ich eine schrecklich schmerzhafte Erfahrung – k.o. – Schwindel, taumel, aufgeben – bei km 19 – Düsseldorf Marathon – Darmgrippe …

Vergangenen Sonntag musste ich in Linz ähnliches erleben.

Die Kilometerzeiten begannen mit 3:44 (geplant hatte ich 3:55/km Schnitt) und steigerten sich regelmäßig nach oben bis 5:05 bei km 42 – tja, kaum zu glauben, aber wahr.

Meine langsamsten langen Regenerationseinheiten über 37 km (zuletzt am 18.3.2018) laufe ich bei einem Durchschnittspuls von 114 mit 4:40 Schnitt, locker, lächelnd.

Was kann man daraus lernen:

2011 war die Sache eindeutiger: Eine Verkühlung zusammen mit einer herannahenden Darmgrippe verwehrte mir die Umwandlung von Energie in Kraft. Jeden Kilometer ging es etwas schlechter, es fühlte sich an, als ob das Benzin ausgeht. Bei km 19 war dann der Tank definitiv leer. Ich fütterte meine Energiegels – UMSONST! Der Körper nahm nichts auf. Alle was ich einfüllte, kam sofort wieder raus. Hatte große Mühe,  die ca. 2 km zu Fuß ins Hotel zu schaffen.

Diesen Sonntag ist die Analyse komplexer, denn ich fühlte mich sehr gut. Am Vortag beim Warm-Up kam mir sogar vor, als ob ich fliegen würde. Ohne Anstrengung und mit großer Freude lief ich 4 km in 4:18er Zeiten.

  • Am Abend meinte meine Frau, dass mein Bauch extrem rumort und ihr dies komisch vorkommt. Ob es mir schon gut ginge.
  • Ich spürte eigentlich nichts, was anders wäre, war total motiviert und freute mich auf den Wettkampf. Verstand gar nicht, was da sein sollte.
  • Es folgte die vorabendliche Routine vor dem Marathon – Abendessen, Magnesium, etc.
  • und jetzt sollte eine gute Nacht folgen mit ausreichend Schlaf – das funktionierte leider nicht – es wollte irgendwie nicht klappen
  • etwas schläfrig startete ich in den Wettkampftag
  • Morgenroutine – Marathonfrühstück – und dann … flauer Magen … leichte Magenschmerzen … schlappi
  • egal  – pack ma’s – auf geht’s

Analyse und Tipps, was ich NICHT mehr tun werde:

  1. Ich werde sicher dafür sorgen, dass ich genügend von meinem gewohnten Magnesium habe  und nicht 3 Tage vor dem Marathon ein ungewohntes Produkt kaufe, das mir absolut nicht bekommt. (Zitrat sprudelte beim Aufgießen wie verrückt).
  2. Eiweißpulver, welches mein Körper gewöhnt ist, nicht am Freitag morgens zuhause vergessen
    und damit 2 Tage weder die gewohnten Eier noch das gewohnte Eiweiß zu essen.
  3. stattdessen ein Experiment mit roten Beeten Booster starten – Übermut tut selten gut.
  4. Die letzten 3 Tage vor dem Wettkampf wenig und schlecht schlafen
    (kann sein, dass auch hier das neue Magnesium seinen Beitrag leistete)

Man könnte nun sagen,

8. in der Altersklasse mit 52 und 3:05 ist nun kein Desaster.

NEIN, DAS IST ES NICHT, aber 5:05 pro km zu benötigen und 3 Wochen vorher in Kaltern beim Halben 1:25 gelaufen zu sein, zeigt, dass der Körper gleich sensibel ist, wie ein Formel 1 Auto.

Erfüllst du seine Ansprüche nicht, streikt er eben. Da kann unser Geist tun, was er will, denn meine eigenen Anfeuerungen, „Geh, auf, aber jetzt, jetzt läufst du wieder 4:00“ ließen meinen Körper so kalt wie die Neves Gletscher, sodass ich mir selbst irgendwann mit meinen Aufmunterungen lächerlich vorkam.

Meiner Frau, die auch fast einen Halben lief, um mich öfters als normal bei Marathons an der Strecke zu treffen, fehlten auch die Worte – und so sagte sie lieber nichts und reichte mir aufmunternd lächelnd meine Läuferverpflegung. Später verriet sie mir, dass Sie befürchtete, dass ich das Rennen abbreche – so lief Sie mit mir am KM 36 ein Stück mit und rief mir zu: „es ist nicht mehr weit – nur noch von Uttenheim bis zur Pfarre“ (das ist das Ende meiner Standardlaufstrecke im Tauferer Tal).  Da mussten wir dann beide lachen.

Mal was anderes zum Lachen, gell – ABER Hauptsache, man kann lachen.

Jetzt lief sie zum KM 41 in der Hoffnung, dass ich schon vorbei bin, wenn sie ankommt. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nicht, sie musste sogar einen Moment auf mich warten – ei ei ei.

ABGEHAKT – weiter geht’s zu neuen Taten und Resultaten …

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